Liedprojekt

Liebe Chormitglieder, liebe Chorleiter,

Online-Chorproben sind seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder Gegenstand von Diskussionen, wenn es darum geht, die Chorprobentätigkeit irgendwie aufrecht zu erhalten und nicht vollends zum Erliegen kommen zu lassen. Möglicherweise habt Ihr inzwischen auch die Erfahrung gemacht, dass ein gemeinsames Proben während einer Videokonferenz nicht in dem Maße möglich ist, wie Ihr Euch das wünschen würdet. Die Vorbereitung durch die Chorleiter*innen ist immens aufwändig und die technischen Voraussetzungen der Chormitglieder sind sehr unterschiedlich. Außerdem ist durch den Zeitversatz ein gemeinsames Singen, bei dem jeder jeden hört, nicht möglich.

Aus diesem Grunde haben wir einen etwas anderen Weg beschritten und versucht, das Proben von Liedern eher offline zu realisieren. Dazu hat der Chorleiter für ein bestimmtes Lied für jede Stimme eine Mitsingedatei erstellt und sie den Chormitgliedern zur Verfügung gestellt. Die Aufgabe der Chormitglieder bestand nun darin, diese Stimme einzuüben, eine Aufnahme davon zu erstellen und an den Chorleiter zurück zu senden. Der Chorleiter setzt die einzelnen Stimmen am PC wieder zu einem Gesamtwerk zusammen (technische Einzelheiten später).

Diese Methode hat Vor- und Nachteile. Zunächst ist die Vorbereitung der Dateien zum Mitsingen für die Chorleiter*innen relativ aufwendig und auch die Nachbearbeitung erfordert einige Kenntnisse im Umgang mit der entsprechenden Audio-Schnitt-Software, jedoch entfällt ggf. die aufwendige Anfertigung von Probenvideos. Die einzelnen Chormitglieder proben und singen offline bei freier Zeiteinteilung. Das erfordert etwas mehr Disziplin als bei einem Konferenztermin, jedoch entfallen alle technische Schwierigkeiten, Abstürze, Tonausfälle etc. durch eventuell vorhandene schlechte Internetverbindungen. Um die Stimme letztendlich aufzunehmen und an den Leiter zu senden, muss sie sehr gut sitzen, also gutes Einstudieren ist Voraussetzung für ein gutes Ergebnis. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die meisten Chormitglieder über ihr Ergebnis einer Aufnahme erst einmal erschrocken sind, dann aber beginnen selbstständig zu korrigieren und zum Beispiel auf bessere Atmung, auf richtige Einsätze, auf das richtige Aussingen der Notenwerte etc. zu achten. Sich selbst im Kopfhörer zu hören, kann sehr lehrreich sein. Und schließlich besteht eine große Neugier auf den Klang der zusammengesetzten Stimmen. Allerdings muss man da einschränkend bemerken, dass das für große Chöre eher schwierig ist und wahrscheinlich zu keinem zufrieden stellenden Ergebnis führen wird. Letztlich ist aber das Klangergebnis auch gar nicht so entscheidend und eigentlich nur eine schöne Zugabe zu einem effektiven Lernprozess, der aber allen Beteiligten auch noch Spaß gebracht hat.