Und wo bleibt die Musik in M-V?

Auch Mecklenburg-Vorpommern versteht sich als Musikland M-V mit einem reichen und vielfältigen Musikleben in Breite und Spitze – im Amateurbereich und in der professionellen Musik. Das gesamte Musikleben des Landes liegt nun seit einem Jahr brach und braucht jetzt Motivation und Perspektiven für eine verantwortungsvolle Öffnung.

Da sich inzwischen klar erkennen lässt, dass wir langfristig mit der Pandemie umgehen müssen, sind Wege zu beschreiten, die über ein Festhalten an Inzidenzzahlen hinausgehen.

Vorschläge und Strategien dazu gibt es bereits seit vielen Monaten – wir brauchen nun den Mut, mit verantwortungsvollem Handeln den Menschen ihr Grundrecht auf Kunst und Kultur zurückzugeben. In den eben veröffentlichten Öffnungsschritten ist bereits ab dem 3. Öffnungsschritt der Sport vertreten, das aktive Musizieren kommt überhaupt nicht vor. Entsprechende Möglichkeiten für das Musizieren in Gruppen müssen unbedingt vergleichbar berücksichtigt werden – selbstverständlich immer unter Einhaltung aller notwendigen und bestehenden Hygieneregeln. Wir schließen uns damit den konkreten Anträgen anderer Landesmusikräte an:

Kurzfristige Öffnungsstrategie
1. Wenn die Schulen wieder öffnen, muss auch der schulische und außerschulische Musikunterricht in allen Bereichen, auch in der Amateurmusik, wieder möglich sein.
2. Wenn der Einzelhandel wieder vollständig öffnet, müssen auch Musikveranstaltungen mit begrenzter Personenzahl aufgrund bestehender und in der Vergangenheit erfolgreicher Hygienekonzepte wieder ermöglicht werden.
3. Wenn die Gastronomie wieder öffnet, müssen auch Proben und Aufführungen in der Amateurmusik wieder vollständig möglich sein. Hierzu bedarf es einer Unterstützung bei der Finanzierung von Schnelltests.

Ab September 2021 ist davon auszugehen, dass ein hoher Impfschutz in der Bevölkerung besteht. Deshalb fordern wir:
Wiederaufnahme des Konzert- und Probenbetriebs im gesamten Musikbereich. Dafür sind Testungsstrategien und effektive Zugangsmethoden zu entwickeln.
Der Landesmusikrat als Dachverband der Musik fordert auf Beschluss der Mitgliederversammlung der musikalischen Landesverbände vom 06.03.2021 die Berücksichtigung der Belange der Musik, um weitere irreversible Schäden von den vielen Musikausübenden, der Musiklandschaft und der Gesellschaft als Ganzes abzuwenden.

Prof. Dagmar Gatz
Präsidentin des Landesmusikrates M-V

Bundesverband Musikunterricht, LV M-V
Frau Daniela Albrecht

Chorverband M/V e.V.
Frau Maria Magdalena Schwaegermann

Deutscher Komponistenverband, LV M-V
Herr Prof. Peter Manfred Wolf, Frau Jung-A Lim

Deutscher Tonkünstlerverband, LV M/V
Frau Martina Scharstein

Hochschule für Musik und Theater Rostock
Herr Prof. Stephan Imorde

Int. Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren, Deutschland
Frau Kirstin Blös

Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald
Herr UMD Harald Braun

Int. Johann Matthias Sperger Gesellschaft
Herr Andres Veit

Jeunesses Musicales Deutschland M/V e.V.
Herr Volker Ahmels

Kirchenchorwerk der Nordkirche
Herr KMD Thomas Beck

Musikverein M/V e.V.
Herr Jörg Ulrich Krah

Landesverband für populäre Musik und Kreativwirtschaft e.V.
Herr Wolfgang Schmiedt

Landesverband der Musikschulen in M-V e.V.
Herr Wolfgang Spitz

Verein für Neue Musik M-V e.V.
Herr Malte Hübner

Verband evangelischer KirchenmusikerInnen in MV
Herr Sven Werner-Meyer

kultursegel gGmbH
Herr Karl Heinrich Wendorf
Herr Matthias Kunze